Rechtsgutachten zur Langzeitarchivierung veröffentlicht

Urheberrecht ist im Open-Access-Bereich ein Thema, das sich andauernden Interesses erfreut. Ebenfalls wichtig für die Betreiber von Repositorien sind diese Fragen jedoch auch mit Blick auf Langzeitarchivierung. Deshalb ist jetzt im Rahmen des von der DFG geförderten Projekts LuKII (LOCKSS und KOPAL Infrastruktur und Interoperabilität) ein Rechtsgutachten entstanden, das Repositorybetreibern als Handreichung dienen kann.

Frau Dr. Ellen Euler hat für das Langzeitarchivierungsprojekt LuKII, dessen Ziel die Etablierung einer sicheren, effizienten und vor allem kostengünstigen digitalen Langzeitarchivierungsinfrastruktur ist, in Ihrem Gutachten die entscheidenden Fragen beantwortet. Im Vorwort heißt es:

„Jede urheberrechtlich relevante Nutzung eines Werkes und sei sie auch noch so altruistisch, allgemein erwünscht und nicht kommerziell, steht unter dem Zustimmungsvorbehalt des Urhebers, es sei denn, es gibt eine gesetzliche  Privilegierung, die von diesem Zustimmungsvorbehalt befreit. Einziger Anknüpfungspunkt für Langzeitarchivierungsmaßnahmen ist gegenwärtig die Archivschrankenregelung in § 53 Abs. 2 UrhG, welche jedoch Langzeitarchivierungsmaßnahmen im Hinblick auf digitale Werke nur unzureichend erfasst, sodass diese zumeist vertraglicher Regelung bedürfen um durchführbar zu sein.“

Für das Projekt LuKII bedeutet das, dass für die Nutzung der Infrastruktur eine vertragliche Regelung geschaffen wird, die wohl auch auf andere Langzeitarchivierungsprojekte anwendbar sein könnte.

Das Gutachten ist auf dem edoc-Server der Humboldt-Universität zu Berlin im Abschnitt Open-Access Pre- und Postprints veröffentlicht.

Direktlink zum Dokument: http://edoc.hu-berlin.de/oa/reports/reXWA7YIvSnAk/PDF/23gwylDsJJV6.pdf

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IUWIS-Workshop „Urheberrecht und Repositorien“

Viele Repositorybetreiber sehen sich in der täglichen Arbeit mit Rechtsfragen konfrontiert. Die Vielfalt dieser Fragen, mögliche Konsequenzen und rechtlich einwandfreie Lösungen stellen eine erhebliche Herausforderung dar, schließlich hat nicht jeder einen in Urheberrechtsfragen versierten Juristen zur Hand.

Daher wird es zusammen mit den Vernetzungstagen am 2. März 2011 einen Workshop der Kollegen von „Infrastruktur Urheberrecht für Wissenschaft und Bildung (IUWIS) geben, der sich dieses Problemfelds annimmt. Aus dem Veranstaltungshinweis von IUWIS:

In den letzten Jahren haben sich viele Hochschulen und Forschungseinrichtungen Dokumenten- und Publikationsserver, sog. Repositories, eingerichtet. Bis Dezember 2010 sind allein bei der Deutschen Initiative für Netzwerkinformation e.V. (DINI) 144 Repositorien registriert. Die meisten dieser Einreichungen bekennen sich dazu, mit ihrem Angebot die Zugänglichkeit wissenschaftlicher Arbeiten – im Sinne der Open-Access-Bewegung – verbessern zu wollen.

Betreiber, Autoren und Nutzer werden dabei mit verschiedenen urheberrechtlichen Fragen konfrontiert, die nicht ohne weiteres zu beantworten sind.

In dem IUWIS-Workshop werden ausgewählte Problemstellungen in Vorträgen dargestellt und in Arbeitsgruppen diskutiert. Behandelte Themen sind unter anderem: Wie sollen Autorenverträge ausgestaltet werden? Wer haftet für rechtliche Verstöße? Welche Lizenzen sind sinnvoll? Was muss bei der Zweitveröffentlichung von bereits erschienenen Artikeln beachtet werden – national, und international?

Das Programm des Workshops ist auf den Seiten der Vernetzungstage zu finden. Die Anmeldung zur Veranstaltung wird in den nächsten Tagen freigeschaltet.