DINI-Zertifikat 2013 Request for Comments veröffentlicht

Es gibt eine neue Auflage des DINI-Zertifikats. Mit dem DINI-Zertifikat für Open-Access-Repositorien und -Publikationsdienste 2013 werden neue Wege zur Verbreitung des Zertifikats gegangen. Die größten Veränderungen zum DINI-Zertifikat 2010 sind:

  • eine Ausweitung des Zertifikats auf den Bereich Open-Access-Journale
  • Verschlankung und Aktualisierung des Zertifikats bei gleichbleibenden Qualitäts-Standards
  • die Einführung des Labels DINI ready, das anzeigt, welche Mindestanforderungen bzw. Empfehlungen des DINI-Zertifikats von Hosting-Anbietern übernommen werden
  • sprachliche Überarbeitung und Gendering des Zertifikatstexts

Für die finale Fassung des DINI-Zertifikats 2013 ist das Feedback der Repository-Community unabdingbar, weshalb das DINI-Zertifikat 2013 als Request for Comments (RFC) Dokument bereitgestellt wird. Um das Zertifikat weiter zu verbessern und auch auf die Bedingungen und Erwartungen der Repositorienlandschaft eingehen zu können, bitten wir um Verbesserungs- bzw. Änderungsvorschläge, Kommentare und Anregungen bis zum 09.08.2013 per E-Mail an rfc13@dini.de. Nach Ende der Kommentierungsphase werden alle eingehenden Meldungen diskutiert und ggf. übernommen.

Die Veröffentlichung der Endfassung des neuen DINI-Zertifikates ist für Oktober 2013 geplant. Wir laden Sie somit herzlich ein, sich an der Entwicklung des DINI-Zertifikats zu beteiligen und freuen uns auf Ihre Anregungen.

Das DINI-Zertifikat RFC-Dokument ist als PDF unter folgendem Link persistent erreichbar: http://dx.doi.org/10.5281/zenodo.6985

3 Responses to DINI-Zertifikat 2013 Request for Comments veröffentlicht

  1. Liebe Kollegen,

    ich sehe Empfehlung E 7-5 zwiespältig: „Es wird auf bereits in anderen Diensten frei verfügbaren Dokumente verwiesen und keine neue Instanzen erstellt. ⇒ Durch mehrmalige Erschließung von
    Dokumenten werden einem Dokument unterschiedliche Persistent Identifier zugeordnet, was Dienste wie Zitationsanalyse und Nutzungsstatistiken erschwert. “

    Die Überlegung ist einleuchtend: Das Erfassen der Diffusion und des Widerhalls eines wissenschaftlichen Objekts (Daten, Text, Software, etc.) ist einfacher, wenn dieser Widerhall auf einen Persistent Identifier abgebildet werden kann. Allerdings widersprechen wir damit der Logik des grünen Open Access, der ja von Autoren wünscht, dass sie neue Instanzen schaffen und alleine die Erzeugung eines Handles oder einer URN erschwert bereits die Zusammenführung der Verbreitungs-/Diffusionsinformationen. Von den OA-affinen Wissenschaftlern, die ich kenne, machen viele ihre Dokumente auch gern auf mehreren Plattformen im OA verfügbar und erzeugen absichtlich neue Instanzen, da sie damit in unterschiedlichen Kontexten und Communities präsent werden. Weiterhin glaube ich auch, dass die Zielrichtung nicht ganz korrekt ist, E 7-5 zielt meiner Meinung nach eher auf Wissenschaftler (oder denjenigen, der Dokumente einspielt), nicht auf Repository-Admins: Oder wollen wir einem Rep-Admin nahelegen, ein eingespieltes Dokument nicht freizuschalten, weil damit eine neue Instanz geschaffen wird?

    Wie gesagt: Die Überlegung hinter E 7-5 ist klar und sinnvoll, trotzdem finde ich die Empfehlung unglücklich. Das Problem des Matchings der Identifier sollte ideal maschinell gelöst werden. Etwas angebrachter könnte die Empfehlung in dem Abschnitt des Zertifikats untergebracht sein, das die Erzeugung von Identifiern durch Repositories behandelt – auch wenn dies das Problem nicht wirklich löst.

    • Paul Vierkant sagt:

      Lieber Uli,

      vielen Dank für dein Feedback. In der Tat wurde dieser Punkt E7-5 auch sehr heiß diskutiert. Mir persönlich erscheint dieser Punkt aus verschiedenen Gründen wichtig. Zwar ist es richtig und wichtig, dass es hinsichtlich Langzeitarchivierung möglichst mehrere Instanzen eines Dokuments gibt (siehe 7 Instanzen bei LOCKSS), jedoch sollte dabei die Anzahl nicht aus dem Auge verloren werden. Denn wenn eine WissenschaftlerIn ihre Werke bei 10 bis 20 Repositorien oder Diensten einstellt, dann wird die Zitierung und folglich auch die statistische Auswertung erschwert. Ganz zu schweigen davon, welche Dokumente in welchen Text-Repositorien man mit den dazugehörigen 20 Instanzen der dazugehörigen Forschungsdaten vernetzt. Diese Redundanzen erzeugen Mehrarbeit, die nicht sein müsste.

      Die maschinelle Lösung des Problems setzt am Endpunkt des Prozesses an. Ich denke, Punkt 7-5 ist heute vielleicht noch nicht relevant. Jedoch wird es mit der zukünftigen Vita einer nomadischen Wissenschaftlerin, die von Uni zu Uni wandert und dort ihre digitalen Spuren hinterlässt zu einem Problem. Die Empfehlung 7-5 für Repository-Manager setzt zu Beginn des Prozesses an, dort, wo die neue Instanz des Dokuments entsteht. Ich glaube, es wird beide Ansätze brauchen, um dem Ziel näher zu kommen, dass das aus wissenschaftlichen Texten und Daten entstehende Netz qualitativ Minderwertig wird aufgrund seiner Redundanz und der lückenhaften Links.

      E 7-5 zielt meines Erachtens deshalb auf Repository-Manager ab, weil es eine Entscheidung der Repo-betreibenden Institution ist, ob sie von jeder neuen Wissenschaftlerin alle Texte als PDF ablegen wollen, obwohl diese schon bei auf den Repositorien ihrer drei früheren Arbeitgeber liegen und man eigentlich darauf verlinken könnte. Es bleibt somit eine „politisch-strategische“ Entscheidung des Betreibers, wie er seine Repository füllen will, bzw. welche Ziele und Maßnahmen er zur Content-Acquise ergreifen will.

      • Hallo an Alle,
        ich bin gegen den Punkt im Zertifikat. Ich sehe auch keine Gründe dafür.
        Sicher gibt es noch technische Hürden, die überwunden werden müssen, damit das Arbeiten mit mehreren Instanzen erleichtert wird, aber das werden wir (also die Community) schon hinbekommen.

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