Erfahrungsberichte zum neuen DINI-Zertifikat 2010

Im Rahmen des vor kurzem in Berlin veranstalteten DINI-Helmholtz-Workshops zur „Praxis und Vision von Repositorien“ wurde auch eine Session zum neuen DINI-Zertifikat 2010 angeboten. Moderiert von Uwe Müller und auch unter Beteiligung einiger Zertifikatsgutachter diskutierten die Teilnehmer anhand konkreter Beispiele, Fragen und Problempunkte im Zertifizierungsprozess.

Über den damit – hoffentlich – verbundenen Erkenntnisgewinn hinaus, soll durch derartige Veranstaltungen bei den Teilnehmern, gerade auch bei Neulingen, ein Bewusstsein dafür geschaffen werden, dass auf beiden Seiten des Zertifizierungsprozesses Partner sitzen. Viele Einrichtungen haben mit ähnlichen Herausforderungen umzugehen und Vernetzung ist hilfreich.

Einleitend stellte Uwe Müller (Humboldt Universität zu Berlin) den Zertifizierungsprozess und die wesentlichen inhaltlichen Neuerungen des Zertifikats vor. Die Beantragung wurde vereinfacht, da der webbasierte Fragebogen nunmehr den Kriterien des Zertifikats entspricht. Durch Zwischenspeichern und eine verteilte Bearbeitung können Einrichtungen jetzt also ohne großen Aufwand anhand dieser Checkliste testen wie weit ihr Repository bereits mit den Zertifikatskriterien compliant ist.

Daran anschließend stellte Stefan Buddenbohm (Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen) das institutionelle Repository der Universität Göttingen, GoeScholar vor. Für den DSpace-basierten Dienst ist eine Zertifizierung geplant. Die noch offenen Punkte teilen sich in technische und organisatorische Fragen auf, wobei sich die zur Verfügung stehenden hausinternen Ressourcen erwartungsgemäß als Engpass erweisen. Insbesondere die erweiterten Anforderungen an die OAI-Schnittstelle und die damit zusammenhängenden Metadatenanforderungen sind bei GoeScholar noch nicht vollständig umgesetzt. Einzelheiten im hier verlinkten Vortrag.

Mit EconStor wurde danach ein anderer DSpace-basierter Dienst durch Jan Weiland (Deutsche Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften) vorgestellt. Bei EconStor handelt es sich allerdings um ein disziplinäres Repositorium für die Wirtschaftswissenschaften, das sich bereits in der Antragsphase befindet. Diskutiert wurden hier u.a. die Anforderungen des Zertifikats in Bezug auf Dokumentenerschließung, insb. die Abbildung der Nutzungsrechte in den Metadaten, das Gemeinsame Vokabular für Dokumententypen  sowie die Besonderheiten, die sich mit  Arbeits- und Konferenzpapieren verbinden, die oftmals Versionierungen unterliegen. Einzelheiten auch hier im verlinkten Vortrag.

Thoralf Klein (Konrad-Zuse-Zentrum für Informationstechnik) ging abschließend stellvertretend für die OPUS-4-Entwickler auf die Kompatibilität der überarbeiteten und frisch veröffentlichten Repository-Plattform mit dem DINI-Zertifikat ein. Die Anforderungen des Zertifikats wurden bei Entwicklung ausdrücklich berücksichtigt, so dass sich zumindest von technischer Seite her keine Schwierigkeiten bei der Zertifizierung ergeben sollten.

Resümierend wurde deutlich, dass die technischen Anforderungen an die Repository-Plattform nur eine – und oftmals lösbarere – Aufgabe bei der Zertifizierung stellen. Gerade bei weit verbreiteten und Open-Source-basierten Plattformen kann eine Weiterentwicklung oft recht schnell umgesetzt werden. Anders bei besonderen Anforderungen der Einrichtungen und dadurch vorgegebenen Standards. Hier sind Änderungen wesentlich schwieriger, bisweilen ungewünscht und vor allem stellt sich die Ressourcenfrage, da die betroffenen Einrichtungen selbst in der Verantwortung stehen. Das Dilemma aller Standardisierungsbemühungen: die notwendige Arbeit muss zu einem Gutteil lokal erbracht werden, die Vorteile stehen jedoch global allen Einrichtungen als Nutznießern zur Verfügung. Was aber – und das als versöhnliches Schlußwort – den Aufwand doch umso nutzbringender erscheinen lässt.

An dieser Stelle auch der Hinweis an interessierte Einrichtungen, dass sie bei der Zertifizierung ihrer Dienste auf die Unterstützung von OA-Netzwerk zurückgreifen können. Sie sind herzlich zur Zertifizierung eingeladen!

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